Ganzheitliche psychische Unterstützung

Lesedauer: 5 Minuten
Tasse Kaffee neben brennender Kerze auf einem Tisch
Tasse Kaffee neben brennender Kerze auf einem Tisch

Was ist ganzheitliche psychische Unterstützung

Vielleicht kennen Sie das: Nach außen läuft alles irgendwie weiter. Sie funktionieren im Job, kümmern sich um die Familie, beantworten Nachrichten. Doch innen sind Sie „auf Reserve“. Der Kopf kommt nicht zur Ruhe, der Schlaf ist unruhig, und der Körper meldet sich mit diversen Zipperlein. Vielleicht sind Sie gereizter als sonst oder ziehen sich eher zurück. Und irgendwann taucht die Frage auf: Was ist eigentlich mit mir los und warum fühle ich mich nicht mehr wie ich selbst?

Wenn dann der Gedanke an Hilfe auftaucht, gehen vielen sofort Sätze durch den Kopf wie: „So schlimm ist es doch nicht.“ „Andere haben es schwerer.“ „Eigentlich brauche ich gar keine Therapie.“

Genau hier setzt ganzheitliche psychische Unterstützung an: Sie schaut auf das Zusammenspiel aus innerem Druck, körperlichen Reaktionen und Alltagsbelastung, weil sich Stress oft im Körper zeigt, Gedanken verstärken kann und kaum Raum zum Auftanken lässt.

Die Top-Fragen, die Klientinnen und Klienten vor dem ersten Termin haben

„Ist mein Problem überhaupt groß oder wichtig genug für eine Therapie?“

Sie müssen nicht erst am Ende ihrer Kräfte sein, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele meiner Klientinnen und Klienten warten eher zu lange, weil sie sich selbst kleinreden. Unterstützung ist nicht erst dann erlaubt, wenn gar nichts mehr geht. Häufig ist es sogar sinnvoll, früher hinzuschauen, wenn Sie merken, dass Sie so wie jetzt nicht weitermachen wollen.

„Muss ich auch über Dinge reden, für die ich mich schäme?“

Sie bestimmen Tempo und Tiefe. Es gibt keine Pflicht, sofort „alles auszupacken“. Vertrauen entsteht Schritt für Schritt. Ganzheitliche Arbeit heißt auch: Stabilität zuerst, bevor es an die schwierigere Themen geht.

„Ich möchte eigentlich nicht reden, weil Sie mich dann vielleicht dafür bewerten.“

Diese Sorge ist absolut verständlich. Viele Menschen haben mit Sätzen wie „Stell dich nicht so an“ erlebt, dass ihre Gefühle nicht ernst genommen wurden oder haben sich selbst lange Zeit so behandelt. In unseren Terminen geht es nicht ums Bewerten, sondern ums Verstehen und Einordnen, damit neue Erfahrungen möglich werden. Sie müssen hier nichts beweisen.

„Reden wir nur oder bekomme ich auch etwas für den Alltag?“

Reden kann sehr entlastend sein. Und gleichzeitig braucht es oft Werkzeuge für den Alltag. Ganzheitlich heißt: Wir verbinden beides. Zuerst orientieren wir uns gemeinsam und klären, was bei Ihnen gerade wirklich los ist. Dann stabilisieren und regulieren wir, damit Ihr Nervensystem wieder mehr Halt findet. Und wir schauen auf wiederkehrende innere Muster, um daraus ganz konkrete, machbare nächste Schritte für Ihren Alltag zu entwickeln.

„Es geht mir echt richtig schlecht. Reichen Gespräche dann überhaupt?“

Manchmal ist zusätzlich ärztliche oder psychiatrische Hilfe nötig, zum Beispiel in schweren Krisen, bei Suizidgedanken oder wenn Medikamente gebraucht werden. Als Heilpraktiker für Psychotherapie arbeite ich psychotherapeutisch, verschreibe aber keine Medikamente und ersetze keine medizinische Abklärung.

Wenn sich zeigt, dass weitere Hilfe wichtig ist, sprechen wir das offen an und planen gemeinsam die nächsten Schritte.

 Was bedeutet „ganzheitlich“?

„Ganzheitlich“ ist kein großes Methoden-Durcheinander. Ganzheitlich bedeutet: Wir schauen nicht nur auf einzelne Symptome, sondern auf das Gesamtbild. Also nicht nur: „Was ist los?“, sondern auch: „Warum ist das so und was hilft Ihnen ganz konkret im Alltag?“

Für mich bedeutet es ganz konkret: Ich nehme meine Klientinnen und Klienten als ganze Menschen ernst und reduziere sie nicht auf einzelne Symptome oder Details.

Was ganzheitliche Unterstützung nicht bedeutet

Ganzheitliche Unterstützung ist kein Heilversprechen und keine „In-5-Schritten-ist-alles-besser-Garantie“. Sie ersetzt natürlich keine notwendige ärztliche oder psychiatrische Behandlung, hat nichts mit Esoterik-Pflicht zu tun und ist auch kein „Denk einfach positiv, dann ist alles weg“-Ansatz. Ganzheitlich bedeutet: realistisch, menschlich und verbunden.

Die drei Ebenen

Körper Wenn das Nervensystem unter Dauerstress steht, bleibt es oft im Alarmmodus, als ständige Anspannung mit Unruhe, Reizbarkeit, Schlafproblemen und Grübeln – oder als Erschöpfung mit Leere und dem Gefühl, wie betäubt zu sein. Manchmal wechselt es auch zwischen beidem. Ganzheitliche Unterstützung bedeutet dann, zu verstehen, was gerade passiert, und mit einfachen Übungen wie Atmung, Orientierung und Körperwahrnehmung Schritt für Schritt wieder mehr Ruhe und Sicherheit im Körper aufzubauen – ganz ohne Leistungsdruck.

Psyche Viele Menschen kennen innere Stimmen wie „Reiß dich zusammen“, „Mach es ihnen recht“ oder „Du schaffst das alleine“. Das sind oft Schutzstrategien, die uns früher einmal sehr hilfreich waren, so hilfreich, dass wir sie unbewußt immer wieder einsetzen. Aber war früher hilfreich war, kann heute belasten. Ganzheitliche Unterstützung hilft, diese Muster zu erkennen und neue innere Möglichkeiten zu entwickeln – mit mehr Selbstmitgefühl, innerer Flexibilität und klareren Grenzen.

Umfeld Manchmal ist die wichtigste Erkenntnis nicht: „Ich bin zu sensibel“, sondern: „Ich trage seit Jahren zu viel.“ Ganzheitliche Unterstützung blendet deshalb auch Ihr soziales Umfeld und Ihre Beziehungen nicht aus, sondern fragt, welche Ihnen guttun und welche Sie Kraft kosten. Sie nimmt in den Blick, in welche Rollen Sie immer wieder rutschen, zum Beispiel die Starke, der Vermittler oder der Verantwortliche. Und wir klären gemeinsam, welche Belastungen für Sie gerade akut sind, wo es Spielraum für Veränderung gibt und wo Sie konkret Unterstützung brauchen, statt sich noch mehr zusammenzureißen.

Woran Sie merken, ob ganzheitliche psychische Unterstützung zu Ihnen passt

Ein gutes Zeichen ist nicht, dass Sie nach der ersten Sitzung „wie neu“ sind. Ein gutes Zeichen ist eher, dass Sie sich selbst ein Stück besser verstehen, mit mehr innerem Spielraum nach Hause gehen (auch wenn das Thema bleibt) und sich gesehen statt bewertet fühlen.

Wichtig ist außerdem, dass die nächsten Schritte, die wir gemeinsam besprechen, für Sie machbar wirken und nicht wie ein zusätzlicher Leistungsauftrag. Sie dürfen sich dabei ausdrücklich erlauben, wählerisch zu sein, denn unsere Beziehung und Ihr Gefühl von Sicherheit sind zentral.

Fazit: Ganzheitlich heißt nicht perfekt, sondern verbunden

Ganzheitliche psychische Unterstützung verspricht kein leichtes Leben ohne Probleme. Sie kann Ihnen aber helfen, besser zu verstehen, warum Sie so reagieren, Ihren Körper wieder als Partner wahrzunehmen, freundlicher mit sich selbst umzugehen, Ihr Umfeld realistisch einzuordnen und Schritte zu finden, die wirklich zu Ihnen passen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keinen Arztbesuch. Individuelle Ergebnisse können variieren; ich arbeite mit Ihnen an der bestmöglichen, zu Ihnen passenden Umsetzung.

Wann schnelle Hilfe wichtig ist

Bitte holen Sie sich zeitnah professionelle ärztlich, psychiatrisch, krisendienstliche Hilfe, wenn z. B.:

  • Sie konkrete Gedanken haben, sich etwas anzutun
  • Sie im Alltag massiv eingeschränkt sind (Essen, Schlaf, Arbeit, Verlassen der Wohnung)
  • Sie regelmäßig Substanzen nutzen, um „durchzuhalten“
  • starke psychische Symptome plötzlich eskalieren

In akuten Notfällen wählen Sie die 112. (Notfallnummern in HH)

Möchten Sie mehr über ganzheitliche  psychische Unterstützung in Hamburg und online erfahren? Ich lade Sie herzlich zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein:
Der Autor:
Bild von Hendrik Neumann

Hendrik Neumann

Heilpraktiker für Psychotherapie und Coach

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Bitte beachten Sie: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er kann und soll weder einen Arztbesuch noch eine therapeutische Maßnahme ersetzen.

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